Hundeverhalten

Das Geheimnis um die Entspannung auf Abruf bei deinem Hund

Um deinen Hund in Stress-Situationen besser unterstützen zu können, kannst du ihm beibringen sich wie auf Knopfdruck zu entspannen.

Das gibt ihm die Möglichkeit seinen Stresslevel herunterzufahren und ansprechbarer zu sein.

Kommt dir das bekannt vor:

Deine Fellnase muss zum Tierarzt und du weißt jetzt schon, dass sie das immer super stresst.

Dein Vierbeiner ist vor jeder Hundebegegnung unglaublich aufgeregt, bellt wie verrückt und zieht an der Leine den anderen Hunden entgegen.

Dein Liebling ist eigentlich eher ängstlich, aber bei Hundebegegnungen wirkt er eher aggressiv. 

Die meisten unerwünschten Verhaltensweisen unserer Fellnasen entstehen durch eine zu hohe Erregung – ob durch Angst oder Aufregung. Beides ist Stress für den Hundekörper.


Und dieser kann in den unterschiedlichsten Situationen auftreten, wie zum Beispiel bei:

  • Trennung
  • Autofahren
  • Silvester
  • Tierarztbesuchen
  • Restaurant-Besuchen
  • Hundebegegnungen
  • Besuch zu Hause
  • Müllabfuhr
  • Rennende und schreiende Kinder etc.
  • Wie deine Fellnase darauf reagiert ist natürlich sehr individuell und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie - unter Anderem - ihr Charakter, Rasse und die bisherigen Erfahrungen, die sie in solchen Situationen gemacht hat.


    Was ist klassische Konditionierung?

    Denke mal daran, was passiert, wenn du plötzlich dein Lieblingslied hörst oder ein wohliger Geruch (zum Beispiel aus deiner Kindheit) in deine Nase weht. Es steigt gleich ein schönes Gefühl (hoffentlich;) und die Erinnerung in dir hoch.


    Das Prinzip nennt sich klassische Konditionierung und ist genau das, wie du deiner Fellnase helfen kannst in herausfordernden Situationen aus der Erregung in die Entspannung zu kommen. 

    Das Ganze ist also keine bewusste Reaktion deiner Fellnase, sondern wirkt auf unbewusster Ebene. 

    Deine Fellnase kann die Reaktion also nicht bewusst steuern.


    Eigentlich kannst du es in allen Situationen anwenden, bei denen dein Hund gestresst (ängstlich oder aggressiv) reagiert. 


    Natürlich ist es kein Wundermittel, welches seine Angst komplett vergessen lässt oder er absolut tiefenentspannt sein wird in allen vorherigen Stress-Situationen. 


    Aber denke immer daran:

    Ein entspannter Hund ist besser ansprechbar und kann dadurch Herausforderungen gelassener meistern.



    Möglichkeiten der Entspannung

    Es gibt mehrere Möglichkeiten deinen Hund zu entspannen, je nachdem, was er gerne mag und wobei er sich wohlfühlt.


    Denn – so wie wir Menschen – sind auch unsere Fellnasen unterschiedlich.


    Zum Beispiel mögen manche Hunde nicht so gerne gestreichelt werden, andere wiederum können nicht genug Streicheleinheiten bekommen.

    Entspannung durch Berührung

    Entspannung durch Berührung

    Die einfachste Entspannung, die du jederzeit und überall anwenden kannst, ist deine Fellnase durch deine Berührung zu entspannen. 

    Euer Ziel ist, dass deine Fellnase herausfordernde Situationen - zum Beispiel angespannte Hundebegegnungen, Konfrontation mit Wild oder angstauslösende Situationen - mit Entspannung verknüpft.

    Entspannungswort

    Entspannungswort

    ..hilft deiner Fellnase kurz ihren Erregungszustand zu senken.

    Ein sogenannter Verhaltensunterbrecher, der seine Aufmerksamkeit auf dich lenkt und sie kurzfristig ansprechbarer macht. Hilfreich ist das zum Beispiel bei Hundebegegnungen. 

    Entspannungsduft

    Verknüpfe einen Duft mit der Emotion Entspannung bei deiner Fellnase.

    Als Entspannungsduft bieten sich ätherische Öle, wie Lavendel, Bergamotte, Kamille oder Jasmin an.

    Entspannungsmusik

    Ruhige Musik entspannt nachweislich und führt zu einem besseren Denken und bisher Gelerntes kann leichter umgesetzt werden.

    Schalte zum Beispiel klassische Musik an und bringe deine Fellnase damit in einen entspannten Zustand. 

    Oder benutze einen Tiefenentspannungs-Trainer, der hochfrequente Klangwellen abspielen kann, die deine Fellnase entspannt.

    Entspannungsdecke oder -handtuch

    Du baust eine positive Verknüpfung mit einer Decke oder einem Handtuch auf, sodass deine Fellnase gleich in einen Entspannungszustand kommt, wenn sie es sich darauf bequem macht.

    Statt Gebelle und Geknurre kannst du mit dem Aufbau einer Entspannungsdecke oder einem Entspannungshandtuch deine Fellnase entspannt - zum Beispiel im Restaurant - zu deinen Füßen liegen haben.

    Du kannst alle einzeln trainieren oder auch kombinieren (zum Beispiel Musik und Duft). 


    Jedes dieser Entspannungsverfahren beginnst du erst einmal in einer reizarmen Umgebung (zuhause). Beginne mit kurzen Wiederholungen, dafür aber mehrmals am Tag. 


    Wenn das gut funktioniert und deine Fellnase entspannt, kannst du es draußen mit wenig Ablenkung trainieren. Wenn auch das gut klappt, steigerst du langsam die Ablenkungen draußen. 


    Achte aber immer darauf, dass deine Fellnase wirklich entspannt. Sonst gehe wieder einen Schritt im Training zurück.


    Bevor du mit dem Aufbau des Entspannungstrainings beginnst, empfehle ich dir deine Fellnase gut zu beobachten und einen Zeitpunkt auszuwählen, bei dem sie komplett entspannt ist (aber nicht schläft).



    Entspannung durch Berührung

    Die einfachste Entspannung, die du jederzeit und überall anwenden kannst, ist deine Fellnase durch deine Berührung zu entspannen. 


    Dabei massierst, streichelst oder bürstest du langsam über das Fell bis deine Fellnase sich so weit entspannt, dass sie sich mit minimaler Kraftaufwendung in die Seitenlage bringen lässt und dort weiter entspannt.


    Wusstest du, dass das Kuschelhormon Oxytocin beim Streicheln deiner Fellnase für das wohlige Gefühl sorgt?! Und dass bei deinem Hund UND dir.


    Wichtig: Finde heraus, wo dein Hund gerne angefasst wird und wo nicht so gerne.


    Euer Ziel ist, dass deine Fellnase herausfordernde Situationen - zum Beispiel angespannte Hundebegegnungen, Konfrontation mit Wild oder angstauslösende Situationen - mit Entspannung verknüpft.


    Beachte, dass es Hunde gibt, die Berührungen nicht so gerne haben. In diesem Fall probierst du eines der anderen Entspannungsvarianten aus.


    Entspannungswort

    ..hilft deiner Fellnase kurz ihren Erregungszustand zu senken.

    Ein sogenannter Verhaltensunterbrecher, der seine Aufmerksamkeit auf dich lenkt und sie kurzfristig ansprechbarer macht. Hilfreich ist das zum Beispiel bei Hundebegegnungen. 


    Vergiss nicht: Es ist kein Kommando, sondern wirkt auf unbewusster Ebene. Deine Fellnase kann die Reaktion also nicht bewusst steuern.


    Aufbau:

    • Suche dir einen gemütlichen und ruhigen Ort, an dem du es dir mit deiner Fellnase so richtig gemütlich machen kannst – oder wähle einen Zeitpunkt, an dem ihr sowieso immer auf der Couch kuschelt. Wenn dein Liebling gerne angefasst wird, kannst du ihm helfen durch streicheln und massieren in die Entspannung zu kommen. Wenn er das nicht so gerne hat, kannst du es auch ohne anfassen durchführen.
    • Überlege dir ein Wort deiner Wahl (zum Beispiel ruhig, easy, calm, relax, entspann dich etc.).
    • Nimm deine Hände kurz weg.
    • Atme tief ein und aus, um dich auch nochmal bewusst zu entspannen.
    • Dann sagst du dein gewähltes Entspannungssignal mit ruhiger Stimme (ohne Ansprache deines Hundes und ohne zu flüstern).
    • Atme noch einmal tief ein und aus.
    • Danach streichelst und massierst du deine Fellnase weiter.

    Wiederhole das bis zu 3-mal hintereinander und mehrmals täglich, wenn dein Hund entspannt ist. 

     

    Wenn du das Signal sicher aufgebaut hast und bemerkst, dass deine Fellnase dabei entspannt, reicht es aus, wenn du dein Entspannungswort sagst und dann deinen Hund mit oder ohne Berührung unterstützt zu entspannen. 

    Bei der Anwendung in einer Stress-Situation beachte, dass du nach dem Unterbrechungssignal unbedingt ein anderes Signal gibst, damit du deiner Fellnase hilfst in ein alternatives Verhalten zu wechseln. Das kann ein „komm“ oder „herum“ (als Umkehrsignal) oder welche Wörter du auch immer schon mit deinem Vierbeiner trainiert hast sein.


    Wenn du eine langfristige Entspannung bei deiner Fellnase brauchst, zum Beispiel bei Trennungsangst, Angst- und Aggressionsverhalten, eignet sich eher das Training mit einem Entspannungsduft, einer Entspannungsmusik oder einer Entspannungsdecke/-handtuch


    Im entspannten Zustand kann dein Vierbeiner besser Denken und so bisher Gelerntes leichter umsetzen. 


    Entspannungsduft

    Als Entspannungsduft bieten sich ätherische Öle, wie Lavendel, Bergamotte, Kamille oder Jasmin an.

    Achte darauf, dass du ein 100%ig naturbelassenes Öl verwendest (hier findest du eine Zusammenstellung für nachfolgend erwähnte Hilfsmittel).


    Du kannst einen Vernebler benutzen. Hierbei brauchst du nur 3-5 Tropfen in etwas Wasser zu tröpfeln und ihn anzustellen.


    Möchtest du ein Kuschelkissen, Säckchen oder ein Halstuch verwenden, verdünne 3-5 Tropfen Öl in 100 ml Wasser (3 Tropfen bei kleinen, alten, kranken oder ganz jungen Hunden, 4 Tropfen bei gesunden normal großen Hunden mittleren Alters und 5 Tropfen bei gesunden großen Hunden), bevor du einen Tropfen deines Duftgemischs darauf tröpfelst. 

    Beobachte deine Fellnase gut. Beachte, dass Hunde um Längen besser riechen können als wir und der Geruch anfangs nicht zu stark ist und zu nah liegt bzw. er sich davon entfernen kann (das Halstuch nicht umbinden), bis du herausgefunden hast, welche Intensität für ihn angenehm ist.


    Um die Verknüpfung des Dufts mit der Emotion Entspannung bei deiner Fellnase aufzubauen, wählst du am besten wieder einen Moment, in der sie bereits entspannt liegt oder mit dir z.B. auf der Couch kuschelt.

     

    • Lege das Duftkissen/-säckchen oder -Halstuch in die Nähe deines Lieblings und kuschelt weiter.
    • Wiederhole dies 2–3-mal täglich für maximal 15 Minuten. 
    • Danach packst du es in einen luftdicht verschließbaren Behälter.

    Um die Wirkung aufrechtzuerhalten, erneuere alle 2-3 Tage das Öl auf deinem Tuch.


    Der Duft lässt sich gut mit Entspannungsmusik kombinieren, du kannst Duft und Musik aber auch einzeln verwenden.


    Entspannungsmusik

    Der Aufbau ist wieder gleich:

    Du wählst einen Moment, in dem deine Fellnase bereits entspannt ist und schaltest ruhige Musik an, z.B. ruhige Klassik (wichtig ist, dass die Musik nicht zu laut ist und keine Bässe enthält, die deinen Vierbeiner wieder aus der Entspannung holen könnten). 


    Wenn ich im Büro arbeite, höre ich gerne mal klassische Musik – zum Beispiel Klaviermusik (ich spiele selber Klavier) von Chopin. Sobald ich es anstelle, stellt sich bei mir eine innere Ruhe ein. Es dauert nicht lange und auch aus Nalas Richtung kommt ein tiefes gleichmäßiges Atmen. Du siehst, so einfach kann das mit der Entspannung sein;)


    Du kannst auch den RelaxoPet Pro ausprobieren. Er ist ein Tiefenentspannungs-Trainer der hochfrequente Klangwellen abspielen kann.


    Als letzte Entspannungsvariante möchte ich dir noch..

    Entspannungsdecke oder -handtuch

    ..vorstellen, da es ein besonders hilfreiches Tool ist, wenn ihr mal unterwegs seid, zum Beispiel beim Restaurant-Besuch. Statt Gebelle und Geknurre eine entspannte Fellnase zu deinen Füßen liegen zu haben (möglichst abgeschirmt von Reizen) – wie toll wäre das?!


    Vielleicht gibt es sogar schon eine Decke oder ein Handtuch, auf dem deine Fellnase sich gerne ausruht?

    Prima, dann brauchst du diese nur noch langsam außerhalb des Zuhauses als Entspannungsort aufbauen (erst im Garten, dann im reizarmen Park etc.).


    Wenn es noch keine Decke oder Handtuch gibt, baust du eine positive Verknüpfung auf. 

    Jedes Mal wenn deine Fellnase es sich dort bequem macht und sie gerne angefasst wird, massierst und streichelst du sie.

    Wenn das gut klappt, dann leg die Unterlage gerne mal an andere Orte.

    Später baust du das im Garten auf etc.

    Woran erkennst du, dass dein Entspannungssignal wirkt?

    Sichere Anzeichen, dass deine Fellnase entspannt ist, sind:

    • Ausgiebiges Gähnen
    • Räkeln, Strecken auf dem Liegeplatz in eine noch bequemere Position
    • Augen schließen
    • Tiefe Atmung

    Möchtest du mehr über die Körpersprache deines Hundes lernen und ihn in Zukunft "lesen" können?

    Dann kann ich dir das Sprich Hund!-Netzwerk von Christiane Jacobs wärmstens empfehlen (hier geht's zu ihrer Facebook-Gruppe Sprich Hund - lerne hündisch).

    Praktische Unterstützung biete ich in Workshops, Kursen und Seminaren an. Melde dich gerne zu meinem Newsletter an, um aktuelle Angebote nicht zu verpassen.

     

    Worauf du unbedingt beim Training achten solltest

    Ein kleinschrittiger Aufbau ist sehr wichtig. 

    Steigerst du den Schwierigkeitsgrad zu schnell – gehst du also zu schnell mit deiner Fellnase nach draußen und probierst das Entspannungssignal aus – kann es sein, dass es noch nicht den gewünschten Effekt hat.

    Dann gehst du wieder einen Schritt zurück und wiederholst das Training im Innenraum für einige Tage am Stück und probierst es danach noch einmal. 

    Oder draußen waren bereits zu nahe und starke Reize für deinen Hund. Dann empfehle ich dir erstmal eine reizarme Umgebung auszusuchen, wie zum Beispiel euer Garten.

     

    Deine Fellnase reagiert mit Abwehrverhalten 

    Es gibt Hunde, die sich im angespannten, wie auch entspannten Zustand nicht gerne anfassen lassen. Sie können mit Abwehr bis hin zu aggressivem Verhalten reagieren. 

    In diesem Fall musst du ganz kleinschrittig deine Fellnase an Berührungen gewöhnen. Achte immer darauf, dass sie sich wirklich wohlfühlt und nicht zum Beispiel den Kopf abwendet (Abwehrverhalten).

     

    Zu frühes Beenden eures Trainings

    Auch wenn ihr das Signal einmal erfolgreich aufgebaut habt, ist es wichtig, dass du dranbleibst. Denn dann kann deine Fellnase in allen möglichen Situationen auch ohne deine Anwesenheit mit dem Entspannungssignal zur Ruhe kommen. 

     

    Nach einiger Zeit reagiert deine Fellnase nicht mehr auf das Signal

    Wie bei anderen Signalen ist es wichtig auch das Entspannungssignal immer wieder mal zuhause in entspannten Momenten neu „aufzuladen“, wie einen Akku, damit er seine Wirkung behält.



    Du hast Fragen zur konditionierten Entspannung oder dein Liebling findet überhaupt nicht zur Ruhe und ihr braucht Unterstützung?


    Nachfolgend habe ich dir noch ein paar hilfreiche Links zu den erwähnten Hilfsmitteln zusammengestellt.


    Links zu Hilfsmitteln
    • Der Tierentspannungs-Trainer RelaxoPet Pro* hat den Vorteil gegenüber Musik aus dem Smartphone oder anderen Digitalgeräten, dass er auch hochfrequente Klangwellen besitzt, die nur dein Hund hören kann. Das heißt, dass du das Gerät einschalten kannst, ohne dass du immer mithören musst. Oder du schaltest ihn an, wenn du nicht da bist. Er ist auch praktisch für die Reise.
    • Ein Tierschutzgitter* hilft dir beim kleinschrittig aufgebauten Training gegen Trennungsangst.
    • Bei ätherischen Ölen ist es wichtig auf die Qualität und Reinheit zu achten (Aufschrift: 100% naturreines ätherisches Öl), damit sie richtig wirken. Lavendel*, Bergamotte*, Kamille* und Jasmin*.
    • Raumvernebler*: du füllst ihn mit Wasser bis zur Markierung und gibst etwa 5 Tropfen des ätherischen Öls hinzu.

    *Affiliate-Links: Bestellst du über diese Links, erhalte ich eine kleine Provision. Herzlichen Dank an dich.

    Noch mehr zum Thema..

    Mehr darüber „Was dein Stresslevel mit deinem Hund macht“ kannst du in meinem Blogartikel lesen.


    Wenn du nun Lust bekommen hast noch tiefer in das Thema einzusteigen und auch die wissenschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen, dann solltest du den ausführlichen Artikel von Dr. Ute Blaschke-Berthold (Link: https://www.easy-dogs.net/konditionierte-entspannung/) lesen.


    Auf dem größten deutschen Online-Hundekongress im November 2022 durfte ich über meine Herzensthemen Entspannung und Achtsamkeit mit der Verhaltensbiologin Ariane Ullrich (Mensch Hund) sprechen. 

    Außer unserem Interview gibt es noch ganz viele weitere interessante Hunde-Themen, die du dir ansehen kannst.

    Der Hundekongress findet einmal jährlich statt. Wenn du auf den Link klickst, kommst du automatisch zur aktuellsten Seite.

    Und das Beste ist: du kannst 10 % sparen beim Kauf eines Kongresspakets inklusive aller Inhalte plus viele exklusive Extras mit dem Gutscheincode KONGRESS-HCK*

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    Pandemie Hund im Tierheim hinter Drahtzaun
    Hundeverhalten

    Wohin mit den Pandemie-Hunden?

    Vor ein paar Tagen entdeckte ich einen Artikel in National Geographic von der Autorin Martina Weishaupt.

    Sie schreibt darüber, dass eine extreme Rückgabewelle in den Tierheimen zu erwarten ist auf Grund der aktuellen Ereignisse.

    Krieg in der Ukraine, die dadurch entstehende Inflation und die steigenden Energiepreise würden Tierhalter bald zu schmerzhaften Sparmaßnahmen zwingen.


    Tatsächlich sind Deutschlands Tierheime schon seit Monaten überlastet und einige haben bereits einen Aufnahmestopp ausgesprochen. Sie platzen aus allen Nähten. Was tun also mit den "Pandemie-Hunden"?

     

    Corona-Pandemie, Home Office und Hunde

    Es ist dir sicher nicht neu, dass während der Pandemie viele Hunde ein neues Zuhause in deutschen Haushalten erhielten. Man durfte (oder musste) aus dem Home Office arbeiten und konnte so gut die Eingewöhnung eines neuen felligen Familienmitglieds übernehmen.


    Eine schöne Vorstellung in den Pausen zusammen mit der Fellnase die Natur zu genießen und wieder Energie aufzutanken. 


    Schnell konnte die Flut an Anfragen nach Hunden in Deutschland nicht mehr gestillt werden und viele weitere Hunde aus dem Ausland kamen zu uns.


    Illegaler Welpen- und Hundehandel

    Leider förderte diese Zeit auch den illegalen Welpen- und Hundehandel. 


    Das süße Foto des Welpen oder Junghundes löste verständlicherweise starke Emotionen in uns aus, sodass es oft keine große Rolle spielte welche Vergangenheit er hatte.


    Man sah sich schon fröhlich spazierend durch die Natur mit dem neuen Familienmitglied.

    Natürlich nichtsahnend, dass viele dieser Hunde im Welpenalter mit wenigen bis gar keinen Umweltreizen in den ersten Wochen konfrontiert wurden. 


    Sehr schnell sieht die Realität dann leider ganz anders aus.

     

    Prägungs- oder auch sensible Phase

    Vielleicht hast du schon mal von der „Prägungsphase“ oder auch „sensible Phase“ bei Hunden gehört. 

    Das ist die Phase, in der die Welpen extrem viel aufnehmen und sich das Erlernte schnell bei ihnen einspeichert.

    Sie beginnt meist in der 3. Lebenswoche und hält oftmals bis zur 20. Lebenswoche an.

    Eine gute Beschreibung dieser Entwicklungsphase kannst du bei der Hundeschule Fellnase finden.


    Wenn Welpen in dieser Zeit wenige (positive) Reize erhalten, kann dies auch prägend für das ganze Hundeleben sein. 

    Häufig können diese Hunde ihr ganzes Leben unsicher und ängstlich sein.


    Sehr schnell wird klar, dass das neue Familienmitglied Schwierigkeiten mit jedem neuen Reiz hat und vermehrt Zeit investiert werden muss, um ihm Sicherheit zu geben.


    Meist sind das jedoch keine Gründe einen Hund abgeben zu müssen.


    Hol dir professionelle Hilfe! Gib deinen Pandemie-Hund nicht auf!

    Hilfreich ist darauf zu schauen, was der Hund schon gut macht und diese Verhaltensweisen zu stärken.

    Das verlagert auch gleichzeitig deinen Fokus und stärkt das Selbstbewusstsein deines Hundes. 


    Mit einem positiv arbeitenden Hundeverhaltensberater, Hundeverhaltenstherapeut oder Hundetrainer kannst du im ersten Schritt lernen deinen Hund und seine Körpersprache zu lesen. Das hilft dir ihn besser zu verstehen.


    Im zweiten Schritt können bedürfnisorientierte Managementmaßnahmen langsam aufbauend eingeführt werden. Wichtig ist hier, dass sie deinen Hund (und dich) nicht überfordern.

     

    Gerne helfe ich dir dabei eine Lösung für eure Situation zu finden.  


    Denn: Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Abgabe der Fellnase wirklich notwendig und sollte die letzte Option bleiben!

    In einem unverbindlichen kostenfreien Gespräch lernen wir uns kennen und besprechen deine derzeitige Lage und wie ich dir helfen kann.


    Auf meiner Über mich - Seite findest du heraus, wer ich bin und warum mir Entspannung im Alltag und der achtsame Umgang mit deinem Hund so wichtig sind.

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    Blog, Hundeverhalten

    15 Hitze-Tipps für dich und deine Fellnase

    Wir können es immer kaum abwarten bis der Sommer wieder da ist. Sonne, blauer Himmel, Sommerurlaub, Wasserdummy apportieren und schwimmen im See oder Meer, heiße Temperaturen, ein Eis schlecken im leichten Sommerkleid, Sport wieder nach draußen verlagern können und die Natur mit unseren Hunden genießen.

    Wir fahren in der Urlaubszeit immer sehr gerne zum Wandern in die kühlen Berge mit unserer Fellnase Nala. Meistens haben wir auch das Glück, dass wir an Flüssen, Seen oder kleineren Bäche entlanglaufen. Das sorgt für eine wunderbare Abkühlung.

    Erfahre in diesem Artikel, wie dein Hund schwitzt, was ein Hitzeschlag ist und worauf du sonst noch achten kannst, um mit deinem Vierbeiner möglichst kühl, entspannt und gesund bei Hitze durch den Sommer zu kommen.

    Denn: Alles bereits über 27 Grad ist für unsere Fellnasen sehr anstrengend!
    Sie können nicht - wie wir - über die Haut ihre Körpertemperatur regulieren. Dadurch fällt es ihnen viel schwerer sich abzukühlen.

    Wie schwitzen Hunde und warum ist Hitze ein Problem für sie?

    Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Hund im Sommer manchmal nasse Pfotenabdrücke auf dem Boden hinterlässt?
    Das liegt daran, dass Hunde über die Ballen schwitzen. Leider reicht das jedoch nicht aus zur Reduzierung ihrer Körpertemperatur im Sommer, weil sie nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten und im Ballenbereich besitzen.

    Die Regulation der Körpertemperatur erfolgt bei unseren Fellnasen hauptsächlich über das Hecheln.
    Durch den dabei verursachten Luftstrom verdunstet vermehrt Feuchtigkeit in den Schleimhäuten und führt somit zur Absenkung der Körpertemperatur.

    Allerdings hilft Hecheln bei Temperaturen über 27 Grad nur bedingt. Und wenn deine Fellnase dann noch ein dickes Fell besitzt, reicht das Hecheln zur Abkühlung alleine nicht mehr aus. Daher besteht die Gefahr der Überhitzung und eines Hitzeschlags für deinen Hund im Sommer, der dramatisch enden kann.

    Es gibt jedoch viele einfach umsetzbare Tipps zur Abkühlung.

    15 Hitze-Tipps, damit dein Hund entspannt und gesund durch den heißen Sommer kommt

    1. Viel trinken

    Beim Hecheln wird sehr viel Flüssigkeit in kurzer Zeit verdunstet. Stell ausreichend Wasser zum Trinken zur Verfügung. Ein Hund sollte durchschnittlich 40-50 ml Wasser pro kg Körpergewicht trinken. Bei starker Hitze steigt der Trinkbedarf auf 100-150 ml pro kg Körpergewicht.
    Sollte dein Vierbeiner nicht so viel trinken, kannst du einfach etwas Wasser in sein Futter mischen.
    Für unterwegs bevorzuge entweder schattige Waldwege mit Bächen/Flüssen für eine Abkühlung oder nimm eine Flasche Wasser mit.


    2. Entspannte Ruhepausen an einem schattigen Ort

    Bei Entspannung und Ruhe wird weniger Energie verbraucht und der Körper heizt nicht so schnell auf. Ermögliche deinem Vierbeiner seinen Platz frei wählen zu können. Auf Fliesen liegen unsere Fellnasen besonders gerne, da es schön kühlend ist.

    Draußen ist es wichtig einen Schattenplatz anzubieten.


    3. Spaziergänge morgens oder abends 

    Ausgiebige Spaziergänge in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen und eher schattige Waldwege, als sonnenbestrahlte Felder wählen. Über den Tag empfehle ich lieber kürzere Hunderunden, dafür häufiger.


    4. Abkühlung

    Im eigenen Hundepool, an Bächen, Flüssen oder Seen. Es gibt spezielle Wasserspielzeuge, mit denen ihr zum Beispiel Apportieren üben könnt. Auch eine schöne Sache, um deinem Hund die Berührung mit Wasser spielerisch schmackhaft zu machen. Denke daran, dass Wasser das Erregungslevel deines Hundes erhöht und er somit schneller auf neue Reize (z.B. andere Hunde) reagieren könnte.

    Nimm Abstand von stehenden Gewässern, da hier die Gefahr einer Magen-Darm-Erkrankung lauern könnte durch Bakterien.

    Bei den Kühlmatten kann ich dir vor Allem selbstkühlende Matten empfehlen, da diese auf die Körperwärme deines Hundes reagiert. Der Vorteil von Matten gegenüber Westen ist, dass dein Hund jederzeit die Matte verlassen und sich so vor Unterkühlung schützen kann. Oder ein nasses Handtuch hinlegen. Achte darauf, dass er frei wählen kann, ob und wie lange er sich drauflegen will.


    5. Auto

    Autofahren nur auf das Nötigste beschränken und lasse NIE deinen Vierbeiner im Sommer im Auto! Selbst mit geöffneten Scheiben lädt sich die Temperatur im Inneren ganz schnell auf und es besteht die Gefahr eines Hitzschlags, der schlimmstenfalls sogar zum Tod führen kann.

    Auch wenn es nicht so dramatisch direkt kommt, haben Hunde bei zu hoher Temperatur richtig Schmerzen. Sie regulieren die Körpetemperatur über die Zunge beim Hecheln. Da kann man sich gut vorstellen, dass das einfach länger dauert bis der Körper etwas heruntergekühlt ist – gerade, wenn er nicht mehr in der Lage ist die Hitze aus seinem Körperinneren an die Umwelt abzugeben.

    Wenn man sich die Temperaturentwicklung im geschlossenen Auto in der nachfolgenden Tabelle von Peta ansieht, wird es schnell klar, dass wir unsere Vierbeiner auch nicht „nur kurz“ im Auto lassen sollten.

    Hitzeentwicklung-im-Auto-Tabelle-2019-07

    Akute Lebensgefahr!

    6. Klimaanlagen

    Vorsicht mit Klimaanlagen, die Innentemperatur sollte nicht mehr als 6 Grad kühler sein als draußen, da es sonst zu Kreislaufproblemen kommen kann.
    Auch Zugluft z.B. im Auto solltest du vermeiden, da es zu Augenentzündungen und mehr kommen kann.


    7. Hitze bedeutet Stress

    Für unsere Vierbeiner lösen die hohen Temperaturen Stress aus. Lass daher jegliche Art von Training entspannter ablaufen. Neue Herausforderungen verschiebst du besser auf kühlere Temperaturen, wie am frühen Morgen oder später Abend.


    8. Keine starken Belastungen

    Sportliche Anstrengungen (z.B. im Training, beim Joggen oder am Fahrrad laufen) sollten bei Hitze vermieden werden.


    9. Training draußen generell geringhalten

    Wusstest du, dass deine Fellnase bei Nasenarbeit das Hecheln unterbrechen muss? Bei zu langen Trainingseinheiten kann dein Vierbeiner sich nicht mehr ausreichend runterkühlen.


    10. Heiße Untergründe

    Achte darauf, dass ihr nicht auf heißem Untergrund, wie zum Beispiel aufgeheizter Asphalt oder Sand, lauft. Die Pfoten deiner Fellnase sind sehr hitzeempfindlich.


    11. Sonnenschutz

    Fell schützt (wie bei uns die Haare). Empfindliche und kahlere Stellen, wie zum Beispiel die Hundenase, sind ungeschützt und sollten eingecremt werden. Bei Hunden mit hellem Fell können mehrere Körperstellen empfindlicher sein.


    12. Fellpflege

    Bürste regelmäßig deinen Hund, damit seine Haut atmen kann. Zum Ausbürsten von Unterwolle gibt es spezielle Bürsten. Das Kürzen des Fells ist bei manchen Langhaar-Hunden empfehlenswert.
    Achte darauf, dass es nicht zu kurz geschnitten wird, da das Fell auch als Sonnenschutz dient.

    13. Besondere Schonung bei Hunden mit verkürzten Nasen (z.B. Mops)

    Hat dein Hund eine verkürzte Nase ist seine Thermoregulation besonders eingeschränkt.
    Achte hier ganz besonders auf Schonung, denn starke Hitze kann sich ganz schnell zur Lebensgefahr entwickeln.

    14. Übergewichtige, kranke oder ältere Hunde

    Wenn du einen übergewichtigen, kranken oder älteren Vierbeiner hast, ist die körperliche Belastung bei Hitze besonders hoch.

    15. Fütterung

    Bei Hitze leidet auch der Appetit und dein Vierbeiner isst wohlmöglich weniger. Falls sein Fressverhalten unverändert bleibt, biete ihm eher mehrere kleine und leichtere Mahlzeiten über den Tag verteilt an, als eine große.

    Eine tolle Sache ist ein Kong, den du mit den verschiedensten Lebensmitteln füllen kannst. Voraussetzung ist, dass dein Hund es verträgt. Hast Du zum Beispiel Quark oder Joghurt (nicht zu dünnflüssig) noch im Kühlschrank? Dann mische es mit einer Handvoll Leckerchen und befülle damit den Kong. Im Internet findest du viele weitere geeignete Rezeptideen.

    Zu der schmackhaften Abkühlung förderst du die Fähigkeit deines Hundes Probleme ohne fremde Hilfe zu lösen. Das beruhigt, macht müde und stärkt gleichzeitig das Selbstwertgefühl deines Lieblings.

    Ist der Kong neu für deine Fellnase?

    Achte darauf, dass er anfangs schnell und leicht an den Inhalt kommen kann. Denn Erfolg motiviert.

    Mit der Zeit kannst du die Kongfüllung etwas herausfordernder gestalten.

    Sonja Vargas Hund im Wasser am See mit Dummy

    Was ist ein Hitzschlag beim Hund und wie erkenne ich ihn?

    Wenn die Körpertemperatur deines Hundes über 38,5 °C steigt, spricht man von Fieber.

    Bei einem Hitzschlag liegt sie über 40,5°C und kann für einen Abbruch von Stoffwechselkreisläufen im gesamten Körper sorgen. Du kannst an den folgenden Symptomen erkennen, ob dein Hund einen Hitzschlag hat. Beachte, dass diese Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

    - Starkes Hecheln

    - Beschleunigter Pulsschlag

    - Schnelle flache Atmung

    - Erhöhte Körpertemperatur

    - Tiefrote Zunge

    - Schleimhäute können blass sein

    - Glasiger Blick

    - Eingefallen wirkende Augen

    - Erbrechen

    - Erschöpfung

    - Krämpfe

    - Taumelnder Gang, Gleichgewichtsstörungen

    - Bewusstseinsstörungen: erkennbar, wenn dein Hund nur schlecht oder überhaupt nicht mehr auf deine direkte Ansprache reagiert. Auch bewegt er sich schwankend fort oder lässt sich einfach fallen.

    - Bewusstlosigkeit

    Sonja Vargas Hund am Strand

    Was tun, wenn mein Hund einen Hitzschlag hat?

    Mit diesen Maßnahmen kannst du deinem Hund helfen:

    - Vorsichtige Kühlung so schnell wie möglich.
    - Aus der Sonne in den kühleren Schatten bringen.
    - Nasskalte Handtücher oder Kühlbeutel (nicht länger als max. 10 Minuten auf derselben Stelle halten) auf Beine, Arme und in den Nacken, damit seine Körpertemperatur runterfahren kann.
    - Wasser zum Trinken anbieten (nicht eiskalt!). Dosiere das Wasser, damit dein Hund nicht zu hastig trinkt.

    Generell empfehle ich dir einen Tierarzt bzw. eine Tierklinik aufzusuchen, um sicherzugehen, dass es deiner Fellnase schnell wieder gut geht.

    Auf der Webseite „Erste Hilfe beim Hund“ kannst du dich über Hitzekollaps, Hitzschlag und Sonnenstich detaillierter informieren.

    Fazit: Abkühlung, ausreichend Wasser und Entspannung

    Jeder Hund toleriert Hitze unterschiedlich.

    Unsere Hündin Nala ist eine richtige Sonnenanbeterin und wechselt zwischen Sonnen- und Schattenplätzen mehrmals täglich.

    Darum empfehle ich dir:

    - Beobachte deinen Hund gut.
    - Biete ihm schattige Plätze und Abkühlung an.
    - Sorge dafür, dass er ausreichend Wasser trinkt.
    - Versuche seine Grenzen zu erkennen und ermögliche ihm viel Ruhe und Entspannung.
    - Denn Hitze ist anstrengend und verbraucht viel Energie.

    Wünschst du dir mehr Leichtigkeit und Entspannung im Alltag?

    Sicher dir ein Kennenlerngespräch mit mir, um zu erfahren, welches meiner Angebote für dich und deine Situation passend ist.

    Wenn du in die Welt der Achtsamkeit auf deinen Hunderunden eintauchen möchtest, um mehr Leichtigkeit und allgemeines Wohlbefinden in deinen Alltag zu bekommen, geht es hier zu meinem Mindfulness to go - Audio für 0€.

    Du kannst mich auch gerne per Email kontaktieren, wenn du Fragen hast.

    Eine schöne Urlaubszeit und kommt entspannt und gesund durch den Sommer.

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